Jun 21, 2012
Virtua Tennis 4 – World Tour Edition / Review
Zum Launch der PS Vita stand für fast jedes Genre auch ein entsprechendes Game in den Regalen der Händler. Besonders Sportspielfans konnten sich nicht beklagen, dass für die neue Konsole zu wenig Auswahl vorhanden ist. Da wurde einiges geboten, von Darts über Billard, Motorsport und Fußball. Auch ein Tennis-Titel darf da natürlich nicht fehlen und SEGA sorgt für genau diesen.
Früher war Virtua Tennis eher aus den Spielhallen bekannt, schaffte dann aber Einzug auf die heimischen Konsolen. In den letzten Jahren lieferte man sich so regelmäßig ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Top Spin aus dem Hause 2K. Inzwischen hat auch EA seinen Tennis-Titel mit ins Rennen geschickt, auf der PS Vita jedoch ist „Virtua Tennis 4“ bisher konkurrenzlos.
Wer den Titel bereits für PS3, Xbox 360 oder Wii im Regal stehen hat, wird sich in „Virtua Tennis 4“ für die PS Vita sehr schnell zurecht finden, denn die Portierung geschah fast 1:1. Jedoch findet man auf der PS Vita neue Spielmodi und Möglichkeiten, zu denen ich aber später noch kommen werde.
Den Sport an sich muss ich wohl nicht wirklich erklären, oder? Richtig, obwohl der Tennissport – zumindest in Deutschland – seinen Zenit derzeit überschritten hat.
Hauptbestandteil von „Virtua Tennis 4“ ist ganz klar der Tour-Modus, der einem Karriere-Modus gleicht. Wählt man diesen, darf man einen Spieler erstellen, mit dem man anschließend von Tennisturnier zu Tennisturnier reist, um es bis an die Spitze der Weltrangliste zu schaffen. In diesem Modus kommt auch gleich eine Neuerung zum Zuge, die es in der PS Vita-Version gibt. Erstellt man einen Spieler, kann man nämlich mit der PS Vita ein Foto schießen, und den abfotografierten danach ins Spiel portieren. Wer sich ein wenig Mühe gibt, kann z.B. sich selbst komplett im Editor erstellen und danach auf die Jagd zur Nummer 1 gehen.
Hat man den Spieler seiner Wahl erschaffen, verteilt man diverse Fertigkeitenpunkte und danach kann es auch schon los gehen. Entweder man springt gleich in eines der angebotenen Turniere, oder aber man versucht, den Charakter in Trainingseinheiten zu verbessern. Das jedoch ist nicht alles, was ihr während der Tour erleben werdet, denn ab und an müssen auch Minispiele absolviert werden, die allesamt recht kurzweilig sind. An diesem Faktor merkt man jedoch auch, dass es sich bei „Virtua Tennis 4“ um einen sehr arcadelastigen Tennis-Titel handelt.
Dies merkt man zusätzlich an der Steuerung. Ist es in den Titel der Mitbewerber so, dass hier kleinste Fehler bestraft werden, schafft man es in „Virtua Tennis 4“ recht leicht, den Ball übers Netz zu bringen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man ohne Probleme an die Spitze der Weltrangliste geraten wird, denn auch wenn man die ersten Spiele noch sehr einfach gewinnen wird, steigt der Schwierigkeitsgrad mit der Zeit an. Der Anstieg ist hierbei jedoch sehr moderat, somit werden auch komplette Konsolenneulinge in den ersten Spielen Erfolge erzielen können. Da die Gegner im späteren Spielverlauf jedoch schon mal recht knackig sein können, wird aber auch für Profis einiges geboten.
Die Tour besteht aus mehreren Saisons. Pro Saison gilt es, genug Punkte zu sammeln, um am Grand Slam Turnier teilnehmen zu können und dieses im Bestfall dann zu gewinnen.
Hierbei muss man nicht an jedem Event teilnehmen, sondern man kann sich gezielt aussuchen, was man spielen möchte und was nicht. Im Karrieremodus ist es zudem möglich, im Doppel anzutreten, jedoch gibt es keine getrennten Ranglisten.
Auch an die Kondition der virtuellen Spieler wurde gedacht, denn hin und wieder sollte man diesen Ruhepausen gönnen. Schickt man seinen Spieler von Turnier zu Turnier und nie in eine der Erholungsmöglichkeiten, wird dieser recht bald erschöpft sein, was man dann auch auf dem Platz zu spüren bekommt.
Wie gesagt, ist der Tour-Modus das Herzstück des Spiels, zumindest für Singleplayer. Neben diesem Modus können aber auch die Minispiele angewählt werden, oder man absolviert einfach mal ein schnelles Spiel zwischendurch. Hier kann man dann wahlweise auf den selbst erstellten Charakter zurückgreifen, oder man wählt einen von über 20 Profispielern, die es lizensiert in „Virtua Tennis 4“ geschafft haben. Leider reichte die Lizenz nicht dafür, auch die Grand Slam-Turniere ins Spiel zu bringen. Diese erkennt man zwar vom Namen her recht einfach, aber man spielt halt statt z.B. bei den French Open den French Cup.
Nicht all zu tragisch, aber ein kleiner Minuspunkt, zumindest für eingefleischte Tenniscracks.
Wie bereits erwähnt, wurden einige Neuerungen in die PS Vita-Version von „Virtua Tennis 4“ gepackt. Eine davon habe ich mit der Portierung eigener Fotos bereits erwähnt. Andere beziehen sich fast alle auf alternative Steuerungsmöglichkeiten. So darf man beispielsweise seinen Spieler komplett per Touchsteuerung über den Court jagen. Dies ist zwar sehr genau, allerdings hat man auch sehr oft das Gefühl, dass man sich selbst im Weg ist und durch den Finger auf dem Bildschirm nicht mehr alles vom Spielgeschehen mitbekommt.
Auch in den Minispielen wird die neue Steuerung genutzt, so gilt es in einem Minispiel, den Charakter durch Kippen und Neigen der Vita in die entsprechende Richtung zu manövrieren.
Wer diese Steuerungsalternativen nicht mag, kann natürlich auch ganz klassisch mit Sticks und Buttons spielen. Hier gibt es nichts zu meckern, die Steuerung ist recht genau.
Optisch präsentiert sich „Virtua Tennis 4“ quasi wie die Version der großen Konsolen. Man merkt an diesem Titel, dass in der PS Vita ordentlich Power steckt. Die Charaktermodelle sind sehr gut dargestellt und auch die Atmosphäre auf den Plätzen kommt durch ein lebendiges Publikum recht gut rüber.
Da eine Tennispartie nie sehr lange dauert, eignet sich „Virtua Tennis 4“ hervorragend für unterwegs und zwischendurch. Dazu beitragen können auch die Ladezeiten, denn diese sind wunderbar kurz und trüben den Spielspaß in keinster Weise.
Fazit:
„Virtua Tennis 4“ ist eine runde Sache. Wer arcadelastige Tennis-Spiele mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer jedoch eine vollwertige Simulation erwartet, dürfte enttäuscht sein. Dies beginnt dann bei fehlenden Lizenzen (bei den Namen der Turniere z.B.) und endet damit, dass in „Virtua Tennis 4“ auch weniger platzierte Schläge zum Erfolg führen können.
Der Tour-Modus wird Singleplayer recht lange an die PS Vita fesseln und wer mag, kann natürlich auch im Multiplayer gegen andere Tenniscracks antreten.
Optisch kann der Titel ebenso überzeugen, wie bei den sehr kurzen Ladezeiten. Gerade das macht „Virtua Tennis 4“ zum idealen Spiel für zwischendurch und unterwegs.
Wer einen Tennis-Titel für die PS Vita sucht, hat derzeit eh keine Auswahl, aber auch so ist er mit „Virtua Tennis 4“ recht gut beraten. Daher kann ich den Titel sehr empfehlen!
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=1ovXzyJ-FZA















